Ayotzinapa/Igula: Bundespolizei war direkt involviert

Einem in der Zeitschrift Proceso veröffentlichten Bericht zufolge, nahmen Sicherheitskräfte der föderalen Ebene an der Attacke auf die Studenten teil, die am 26. September 2014 Opfer gewaltsamen Verschwindenlassens wurden. Die Recherche, die mit Unterstützung des Programms für investigativen Journalismus der Universität Berkeley durchgeführt wurde, basiert auf Zeugenaussagen, Videos, unveröffentlichten Berichten und juristischen Erklärungen und belegt, dass die Bundespolizei (Policia Federal) aktiv und unmittelbar an der Attacke beteiligt war. Der Bericht verweist auf existierende Widersprüche zwischen der Darstellung der Bundesanwaltschaft (PGR), den Zeugenaussagen der Verhafteten und den Aussagen der Studenten, die die Attacke überlebt haben. Einer der entscheidenden Punkte des Berichts ist, dass die Studenten von Ayotzinapa überwacht wurden, so dass die die Bundespolizei über ihre Ankunft in Iguala Bescheid wusste. Ferner wurde gezeigt, dass der Angriff und das Verschwindenlassen der Studenten auf die ideologische Struktur der Hochschule gerichtet war, an der sie studierten, denn unter den 43 Verschwundenen waren ein Mitglied des höchsten Studenten-Komitees der Schule von Ayotzinapa und zehn weitere politische Aktivisten, die mit dem Komitee für Politische und Ideologische Orientierung (COPI) zusammen arbeiteten.

Darüber hinaus tauchten in den sozialen Netzwerken Informationen auf, dass die meisten der verschwundenen Studenten noch am Leben seien und von Armee und Polizei als Teil einer geheimen Militäroperation festgehalten werden. Die Richtigkeit dieser Behauptungen muss sich noch erweisen. Das Kommuniqué (auf das sich diese Behauptung bezieht, d. Übs.) wurde angeblich von Soldaten der 35. Militärzone der mexikanischen Armee (in der sich Iguala befindet) veröffentlicht; die Urheber gehören nicht mehr zu dieser Einheit, sondern wurden nach woanders versetzt oder entlassen. Das Ziel der „Az“ genannten Operation, war die Auflösung „der Gruppe von Störenfrieden an der Schule, die die Ordnung in Iguala stören, indem sie Fahrzeug konfiszieren, die dem Bürgermeister gehören und Menschen von verschiedensten Orten belästigen“. Dem Kommuniqué zufolge wurden „die Störenfriede vom militärischen Geheimdienst in drei Gruppen aufgeteilt, wobei 21 zum Verhör in Militärkasernen gebracht wurden“ und der Rest in zwei Gruppen aufgeteilt wurde, die von der örtlichen Polizei und dem Drogenkriminellen der „Guerreros Unidos“ nach Cocula und Chilapa gebracht wurden.

Ferner gab es am 14. Dezember in der Haptstadt des Bundesstaates Guerrero, Chilpancingo, eine Konfrontation mit 22 Verletzten (14 Dozenten, Studenten bzw. Eltern der Studenten des Lehrerseminars von Ayotzinapa und 8 Bundespolizisten. Der Vorfall ereignete sich, als eine Gruppe von Studenten das Rockkonzert „Ein Licht in der Dunkelheit“ vorbereiteten und von der Polizei mit Steinen, Schlägen und Tränengas attackiert wurden. „Dies ist ein Akt von Polizeibrutalität, mit der eindeutig die Stimmen der Eltern der Verschwundenen zum Verstummen gebracht werden sollen“, sagte Vidulfo Rosales Sierra, Rechtsanwalt beim Menschenrechtszentrum Tlachinollan. Omar Garcia, Direktor des Lehrerseminars von Ayotzinapa bemerkte, dass trotz der Tatsache, dass den Polizisten gesagt wurde, „wir sind Studenten und bereiten das Konzert vor“, diese erwiderten „Das interessiert uns nicht, wir werden sogar Eure Mütter verprügeln.“ Die Eltern der Verschwundenen beschuldigten die Bundesregierung, den Vorfall absichtlich provoziert zu haben. Die Nationale Menschenrechtskommission (CNDH) hat eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet.

Weitere Informationen auf Spanisch:

Filtración: “Los normalistas de Ayotzinapa están vivos, los tiene el Ejército mexicano” (RT, 14 de diciembre de 2014)

Iguala: la historia no oficial (Proceso, 13 de diciembre de 2014)

COMUNICADO | Agrede Policía Federal a estudiantes y familiares de desaparecidos de Ayotzinapa durante la preparación de jornada cultural(Tlachinollan, 14 de diciembre de 2014)

Investiga la CNDH hechos violentos en Chilpancingo
(Proceso, 14 de diciembre de 2014)

Padres de los 43 acusan a la PF de ataque en Chilpancingo; incidente tensa Guerrero
(Sin Embargo, 15 de diciembre de 2014)

El gobierno pretende criminalizar a quienes exigen justicia: Tlachinollan
(La Jornada, 17 de diciembre de 2014)

Caso Iguala: federales involucrados y tortura a testigos.- Anabel Hernández
(Aristegui Noticias, 15 de diciembre de 2014)

Quelle: SIPAZ-Blog v. 18.12.2014

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